Was ist ein Rahmenvertrag?
Ein Rahmenvertrag – im internationalen Geschäftsverkehr oft als Master Service Agreement (MSA) bezeichnet – ist eine übergeordnete Vereinbarung, die die grundlegenden Konditionen einer Geschäftsbeziehung dauerhaft festlegt. Anstatt für jede einzelne Veranstaltung einen kompletten Vertrag neu zu verhandeln, einigen sich Organisation und Anbieter einmalig auf die wesentlichen Spielregeln. Konkrete Veranstaltungen werden dann über schlanke Einzelaufträge (oft Statement of Work, SoW, oder Leistungsschein genannt) abgewickelt, die nur die eventspezifischen Details enthalten.
Das spart in der Praxis viel Zeit, reduziert juristische Reibung und schafft Planungssicherheit – besonders wertvoll für Organisationen mit vielen, wiederkehrenden oder parallel laufenden Veranstaltungen.
Wer profitiert besonders?
- Universitäten: Mehrere Fakultäten organisieren parallel ihre Tagungen – einheitliche Standards für Datenschutz, Buchhaltung und IT-Sicherheit, zentrale Verhandlung durch die Verwaltung
- Wissenschaftliche Verbände: Jahrestagungen, Symposien, Schulungen, Regionalveranstaltungen unter einem Vertrag
- Professional Congress Organizer (PCOs): Verwaltung eines Portfolios mit vielen Kundenveranstaltungen – Mehrmandantenfähigkeit als Vertragsgrundlage
- Eventagenturen: Mehrere Kundenmandate, unterschiedliche Veranstaltungstypen, einheitliche Plattform-Konditionen
- Konzerne mit interner Eventabteilung: Konferenzen, Schulungen, Kundenveranstaltungen über mehrere Geschäftsbereiche hinweg
- Politische Stiftungen und Förderorganisationen: Vielzahl regionaler und thematischer Veranstaltungen
Typische Inhalte eines Rahmenvertrags
Datenschutz und IT-Sicherheit
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) als integraler Bestandteil
- Liste der Sub-Auftragsverarbeiter
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)
- Datenfluss-Dokumentation für alle Verarbeitungszwecke
- Vorgehen bei Datenpannen und Meldepflichten
- Rechte der Organisation auf Audits und Berichte
- Datenlöschung und Rückgabe bei Vertragsende
Zahlungsvereinnahmung mit KYC
- Auswahl und Anbindung des Zahlungsdienstleisters
- Verantwortlichkeiten beim KYC-Prozess – einmaliger Aufwand statt pro Event
- Gebührenstrukturen und Auszahlungsmodalitäten
- Behandlung von Reverse-Charge und internationalen Sätzen
- Refund-Workflows und Storno-Prozesse
- Sicherheitsanforderungen (PCI-DSS)
Buchhaltungsschnittstellen und -standards
- Buchhaltungs-Export in das eigene System (DATEV, SAP o. ä.)
- Konten- und Kostenstellenstrukturen
- Mehrmandantenfähigkeit für unterschiedliche Töchter oder Marken
- GoBD-konforme Belegabwicklung
Preise und Leistungen
- Modulare Preisstruktur: Welche Module sind zu welchen Konditionen verfügbar?
- Volumenstaffelung über alle Veranstaltungen
- Einmalige vs. wiederkehrende Kosten
- Setup- und Migrationsleistungen
- Sonderkonditionen für strategische Partner
- Inflationsklauseln und Preisanpassungsregeln
Service Level und Support
- Reaktions- und Bearbeitungszeiten
- Verfügbarkeitsgarantien der Plattform
- Eskalationswege bei Störungen
- Eventspezifischer Support (z. B. Stand-by während Live-Events)
- Wartungsfenster und Ankündigungsfristen
Mehrmandantenfähigkeit
- Trennung der Daten zwischen Veranstaltungen, Töchtern oder Kunden
- Rollen- und Rechtekonzept für übergreifende Teams
- Branding-Konfiguration pro Veranstaltung
- Reporting auf Einzelevent- und Portfolio-Ebene
Rahmenbedingungen
- Laufzeit, Kündigung, Verlängerungen
- Haftung und Versicherung
- Gerichtsstand und anwendbares Recht
- Anpassungsklauseln bei rechtlichen Änderungen (z. B. neue DSGVO-Auslegungen)
Vorteile gegenüber Einzelverträgen
- Zeitersparnis: Keine Wiederholung der Verhandlungen pro Event
- Konsistenz: Einheitliche Standards über alle Veranstaltungen
- Bessere Konditionen durch Volumenbündelung
- Schnellerer Veranstaltungsstart: Neue Veranstaltungen auf Knopfdruck
- Rechtssicherheit: Compliance-Themen einmal sauber verhandelt
- Operative Effizienz: Teams kennen die Spielregeln, keine Reibung mit der Rechtsabteilung
- Strategische Partnerschaft: Aus Lieferanten-Kunden-Verhältnis wird langfristige Zusammenarbeit
Worauf bei der Verhandlung achten?
- Wirtschaftlich Berechtigte und KYC früh klären – wer durchläuft den Prozess wirklich?
- Flexibilität bei Eventgrößen: Konditionen müssen für kleine wie große Veranstaltungen sinnvoll sein
- Klare Definitionen: Was ist eine „Veranstaltung“, was sind „Teilnehmende“, was ein „Modul“ - vor allem mit Blick auf abzurechnende Einheiten?
- Skalierbarkeit: Was passiert, wenn das Veranstaltungsportfolio wächst (oder schrumpft)?
- Mitwirkungspflichten der Organisation klar regeln – nicht alles Anbieter-Pflicht
- Service-Levelvereinbarungen mit realistischen, messbaren Zielen
- Auditierungsrechte für Compliance-Teams
Best Practices
- Klare Governance: Wer in der Organisation darf Einzelaufträge unter dem Rahmenvertrag abschließen?
- Onboarding-Prozess für neue Veranstaltungen schlank definieren
- Regelmäßige Review-Termine für Bilanz und Anpassungen
- Single Point of Contact auf beiden Seiten – ein Account Manager für die Organisation
- Schulungskonzept für neue Mitarbeitende
- Dokumentationszugriff: Alle Versionen und Anhänge zentral verfügbar
- Compliance-Updates: Veränderungen der Rechtslage werden anbieterseitig proaktiv kommuniziert
Converia kann das
Rahmenverträge mit Converia
Converia bietet maßgeschneiderte Rahmenverträge für Organisationen, die wiederkehrend oder mit mehreren parallelen Veranstaltungen arbeiten. Datenschutz, KYC, Buchhaltungsstandards, Preise und SLAs werden einmal sauber verhandelt – für alle künftigen Events. Sie sparen Verhandlungsaufwand und schaffen interne Planungssicherheit.
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