Was ist ein BarCamp?
Das BarCamp ist die populärste Form der Unconference – einer Tagung, deren Programm nicht von einem Komitee vorgegeben, sondern von den Teilnehmenden selbst entwickelt wird. Ursprünglich aus der Tech-Community in Kalifornien stammend („FooCamp" und sein offener Gegenentwurf „BarCamp"), hat sich das Format inzwischen in vielen Branchen etabliert: von Bildung über Verwaltung bis zu Wissenschaft.
Die Grundidee: Die spannendsten Inhalte entstehen in den Gesprächen zwischen den Sessions klassischer Konferenzen. Warum nicht das ganze Event so gestalten?
Die zentralen Prinzipien
- „Whoever comes are the right people" – wer da ist, ist die richtige Person
- „Whatever happens is the only thing that could have" – was passiert, war das einzig Mögliche
- „Whenever it starts is the right time" – wenn es startet, ist der richtige Zeitpunkt
- „When it's over, it's over" – wenn es vorbei ist, ist es vorbei
- „The law of two feet": Wer aus einer Session nichts mitnimmt oder nichts beiträgt, soll gehen und woanders Wert schaffen
Diese vier Prinzipien (plus Gesetz) markieren den Bruch mit der klassischen Konferenzlogik aus festen Slots, starrem Programm und passivem Publikum.
Ablauf einer typischen BarCamp-Session
- Begrüßung und Vorstellungsrunde – jede Teilnehmende stellt sich mit drei Hashtags vor
- Themen-Pitch: Teilnehmende, die etwas teilen oder diskutieren möchten, präsentieren ihr Thema in 30 Sekunden
- Sessionplanung: Alle Themen werden auf ein großes Sessionboard verteilt – Räume und Zeitslots
- Sessionrunden: Parallel laufen mehrere Sessions, Teilnehmende wandern frei
- Dokumentation: Jede Session wird kollaborativ in einem Pad oder Wiki festgehalten
- Abschluss-Runde: Reflexion, Highlights, Wünsche für ein Folge-Event
Wann ist das Format passend?
Ein BarCamp lohnt sich, wenn:
- Die Community fachlich heterogen, aber lernfreudig ist
- Das Thema offen oder im Wandel ist – kein klassisches Lehrbuch-Wissen
- Vernetzung wichtiger ist als Vortragspräsentationen
- Die Teilnehmenden überwiegend aus Praktikern bestehen
- Es genügend Mitwirkungsbereitschaft gibt (nicht: Konsumhaltung)
- Räumlichkeiten mit mehreren parallelen Sessionräumen verfügbar sind
Ungeeignet ist das Format für rein wissenschaftliche Tagungen mit Veröffentlichungsanspruch, für Verbandsformate mit Wahlen oder für stark hierarchische Communities.
Hybrid-BarCamps
Seit 2020 etablieren sich auch hybride und virtuelle BarCamps. Die Herausforderung: Spontaneität und Wandelbarkeit im digitalen Raum zu erhalten. Bewährt haben sich virtuelle Räume mit „Raumwechsel-per-Klick", kollaborative Dokumente und Moderation, die explizit auf die Online-Teilnehmenden achtet.
Organisations-Tipps
- Großes physisches oder digitales Sessionboard als zentrales Steuerinstrument
- Klare Räumzuweisung und Beschilderung, da die Sessions kurzfristig zugeordnet werden
- Erfahrene Moderation für Themen-Pitch und Sessionplanung
- Dokumentationsstruktur vorbereiten – jeder Session ein Pad, klare Vorlage
- Verpflegung niedrigschwellig und in den offenen Räumen, nicht im klassischen Catering-Slot
- Fotodokumentation für die Außenkommunikation
- Nachbereitung: Sessiondokumentationen kuratiert veröffentlichen
Converia kann das
BarCamps mit Converia
Auch offene Formate brauchen strukturierte Organisation: Converia übernimmt Registrierung, Themenboard-Vorerfassung, Sessionverwaltung - während die inhaltliche Spontaneität erhalten bleibt.
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