Was ist ein World Café?
Das World Café entstand 1995 in den USA und ist heute eines der etabliertesten Großgruppenformate für partizipative Veranstaltungen. Die Grundidee: In entspannter Café-Atmosphäre an kleinen Tischen lassen sich anspruchsvolle Themen oft tiefer besprechen als im klassischen Plenum. Die rotierenden Runden sorgen dafür, dass jede:r mit vielen anderen Perspektiven ins Gespräch kommt – ein „Querschnitt der Community" im Kleinen.
Im Unterschied zum BarCamp gibt es ein vorbereitetes Themenset und eine klare Methodik; im Unterschied zur Breakout-Session liegt der Fokus auf der Quervernetzung verschiedener Gruppen.
Ablauf
- Einleitung im Plenum: Erläuterung der Methodik, Vorstellung der Themen
- Erste Runde: Teilnehmende setzen sich an einen Themen-Tisch ihrer Wahl, diskutieren ca. 20–30 Minuten, halten Stichworte fest
- Wechsel: Alle Teilnehmenden außer der Gastgeber:in wechseln an einen anderen Tisch
- Folgende Runden: Die Gastgeber:in fasst zusammen, was am Tisch bereits besprochen wurde; die neuen Gäste bringen ihre Perspektiven ein
- Mehrere Runden: Typisch 3–4 Wechsel, je nach Themenzahl und Zeit
- Ergebnis-Abschluss im Plenum: Gastgeber:innen präsentieren die Erkenntnisse ihres Tisches, ggf. mit Visualisierung
- Synthese: Moderation fasst übergreifende Muster und Ergebnisse zusammen
Charakteristische Elemente
- Café-Atmosphäre: Tischdecken (häufig Papier zum Beschreiben), Stehlampen, Snacks, ggf. Café-Musik
- Tischgastgeber:innen als „Hüter:innen des Themas" – ein gravierender Hebel für Qualität
- Mehrere Themen parallel – Teilnehmende wählen ihre Schwerpunkte
- Visualisierung: Schreiben, Zeichnen, Sketchnotes direkt auf der Tischdecke
- Bewusster Wechsel zwischen Stille (Notizen) und Gespräch
- Ergebnis-Synthese als geteilte Erkenntnis der ganzen Gruppe
Wann das Format passt
- Bei komplexen, strategischen Fragen, die viele Perspektiven brauchen
- Wenn die Community heterogen ist und voneinander lernen soll
- Bei Konfliktthemen, die im offenen Plenum schwer zu verhandeln wären
- Für Visionsentwicklung und kollaboratives Brainstorming
- Bei Mitgliederversammlungen mit Beteiligungsanspruch
- Als Auflockerung in mehrtägigen Kongressprogrammen
Organisatorische Anforderungen
- Raum mit mehreren runden Tischen und ausreichendem Platz für 4–6 Personen je Tisch
- Papier-Tischdecken und Stifte in mehreren Farben
- Klare Themen-Vorbereitung: Pro Tisch eine konkrete, anschlussfähige Frage
- Briefing der Gastgeber:innen: Methodik, Gesprächsführung, Zusammenfassen
- Zeitmanagement mit klaren Signal-Tönen für die Wechsel
- Catering passend zum Setting: Kaffee, Snacks, alkoholfreie Getränke
- Nachbereitung: Ergebnisse abfotografieren, transkribieren und teilen
Best Practices
- Maximal 5–6 Themen – weniger ist mehr
- Gastgeber:innen früh anwerben und schriftlich briefen
- Erste Runde länger als die folgenden ansetzen – das Thema muss „eröffnet" werden
- Synthese ernst nehmen – nicht zu früh ins Plenum springen
- Erkenntnisse sichtbar machen – Galerie der Tischdecken, Foto-Wand, Live-Visualisierung
- Anschlussschritte definieren: Was passiert mit den Ergebnissen?
Converia kann das
World Cafés mit Converia
Converia verwaltet auch World-Café-Sessions: Anmeldung mit Themenpräferenz, Sitzungspläne für Tischmoderationen, Materialvorbereitung pro Thementisch und nachträgliche Veröffentlichung der gesammelten Erkenntnisse im Teilnehmerportal.
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