Formate & Trends

Open Session

Eine Open Session ist ein Sessionformat, bei dem das konkrete Thema nicht vorgegeben, sondern von den Teilnehmenden zu Beginn eingebracht wird. Sie kombiniert Elemente klassischer Workshops mit dem offenen Ansatz von Unconferences und eignet sich besonders für Erfahrungsaustausch und kollaborative Themenarbeit.

Was ist eine Open Session?

Eine Open Session ist ein flexibles, themenoffenes Sessionformat, das den klassischen Vortragsmodus aufbricht. Statt eines vorgegebenen Vortragsthemas wird der inhaltliche Rahmen bewusst offen gelassen: Teilnehmende bringen ihre Fragen, Themen oder Erfahrungen mit, die dann gemeinsam und moderiert bearbeitet werden.

Sie ist das mildere Geschwisterformat zum vollständig offenen BarCamp – die Programmstruktur des Kongresses bleibt erhalten, einzelne Slots werden aber „freigeschaltet" für Teilnehmer­input.

Typische Spielarten

  • Frage-Sammlung mit Moderation: Themen werden zu Beginn auf Karten gesammelt, priorisiert und der Reihe nach bearbeitet
  • Erfahrungsaustausch: Teilnehmende berichten zu einem Oberthema aus ihrer Praxis, Moderation strukturiert
  • Q&A mit Expert:innen-Panel: Vorab geladene Expert:innen beantworten Teilnehmerfragen
  • Mini-Workshops: Die Teilnehmenden gestalten in Kleingruppen 15-minütige Inputs zu selbstgewählten Themen
  • Problemlösungs-Cafés: Konkrete Herausforderungen aus dem Publikum werden kollaborativ bearbeitet
  • Reflexionsrunde: Offene Rückschau auf einen Kongresstag mit moderierter Diskussion

Abgrenzung zu verwandten Formaten

Format Programm­vorgabe Moderation Spontaneität
Plenarvortrag Vollständig vorgegeben Klassisch Niedrig
Breakout-Session Teilweise vorgegeben Moderiert Mittel
Open Session Oberthema vorgegeben Stark moderiert Hoch
World Café Mehrere Themen vorbereitet Tischmoderation Mittel
BarCamp Nichts vorgegeben Selbstorganisiert Sehr hoch

Wann das Format passt

  • Wenn der Kongress eine offene, dialogische Kultur etablieren möchte
  • Wenn am Ende eines Tages Reflexion und Verarbeitung wichtig sind
  • Wenn die Community viel Praxiserfahrung mitbringt, die ein klassischer Vortrag nicht abrufen würde
  • Wenn die Themen so neu oder im Wandel sind, dass das Komitee noch nicht alles vorgeben kann
  • Wenn ein Hybrid-Anteil gewünscht ist – Online-Teilnehmende können Fragen oder Themen ebenfalls einbringen

Organisatorische Anforderungen

  • Erfahrene Moderation – schwächer als bei vorbereiteten Vorträgen, schwieriger als bei klassischen Workshops
  • Flexible Raumgestaltung – Stuhlkreis, leicht bewegliche Möbel
  • Material zur Themen­sammlung – Karten, Pinnwände, ggf. digitales Whiteboard
  • Klares Zeitmanagement – sonst läuft die Offenheit in Beliebigkeit
  • Dokumentation in Echtzeit – sonst gehen Ergebnisse verloren
  • Erwartungsmanagement vorab – Teilnehmende wissen, was sie erwartet (und was nicht)

Best Practices

  • Open Sessions nie an den Anfang eines Kongresses legen – die Community braucht erst Vertrauen
  • Klare Spielregeln zu Beginn kommunizieren (Redezeit, Respekt, Vertraulichkeit)
  • Ein konkretes Oberthema vorgeben, dazu aber offen lassen, welche Unterthemen behandelt werden
  • Besser mit weniger Teilnehmenden arbeiten als mit zu vielen
  • Ergebnisse nach der Session sichtbar machen – im Plenum oder auf der Kongressplattform

Verwandte Begriffe

Offene Formate strukturiert integrieren

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