Was ist Scheduling bei Kongressen?
Scheduling – auf Deutsch Programmplanung – ist der Prozess, aus einer Menge akzeptierter Beiträge ein kohärentes, praktisch umsetzbares Veranstaltungsprogramm zu bauen. Es geht nicht nur darum, wer wann spricht: Ein gutes Programm berücksichtigt thematische Bögen, Zielgruppeninteressen, Raumkapazitäten, Pausenzeiten und die logistischen Realitäten eines mehrtägigen Kongresses.
Scheduling schließt direkt an den Call for Papers und das Abstract Management an – es ist der letzte große Schritt vor der Programmveröffentlichung.
Elemente des Schedulings
- Zeitslots: Definierte Zeitfenster im Programm (z. B. 90-Minuten-Sessions, Halbtages-Workshops, Keynote-Blöcke).
- Räume / Tracks: Parallelstränge des Programms, oft thematisch gruppiert (z. B. Track A: Forschung, Track B: Praxis, Track C: Workshops).
- Beiträge / Sessions: Die akzeptierten Abstracts, Panels, Workshops oder eingeladenen Vorträge, die einem Slot und Raum zugewiesen werden.
- Speaker: Referentinnen und Referenten mit individuellen Verfügbarkeiten, Reisebeschränkungen und Rollenkonflikten (z. B. Moderator und Vortragender im selben Block).
- Pausen und Rahmenprogramm: Kaffeepausen, Mittagessen, Poster-Sessions, Social Events – feste Anker, um die herum das restliche Programm gebaut wird.
Typische Herausforderungen beim Scheduling
- Speaker-Konflikte: Ein Speaker hat mehrere Beiträge oder ist gleichzeitig Moderator – das Scheduling muss solche Überschneidungen erkennen und vermeiden.
- Raumkapazität vs. Besuchernachfrage: Populäre Themen brauchen größere Räume; das lässt sich erst einschätzen, wenn die Anmeldezahlen bekannt sind.
- Thematische Balance: Jeder Track sollte in sich eine schlüssige inhaltliche Dramaturgie haben – ähnliche Themen sollten nicht unnötig konkurrieren.
- Parallelkonflikte für Teilnehmer: Wenn zwei hochrelevante Sessions gleichzeitig stattfinden, verliert das Programm an Wert. Besonders bei Nischenkongressen ist das kritisch.
- Last-Minute-Änderungen: Speaker sagen kurzfristig ab, Räume fallen aus, Zeitslots verschieben sich. Das Scheduling muss flexibel anpassbar bleiben.
- Internationale Zeitzonen: Bei Hybrid- oder Online-Kongressen müssen Kernzeiten so gewählt werden, dass möglichst viele Teilnehmer erreichbar sind.
Der Scheduling-Prozess Schritt für Schritt
- Strukturgerüst bauen: Tage, Zeitslots, Pausen und Räume definieren – das Grundraster des Programms.
- Fixpunkte setzen: Keynotes, Eröffnung, Abschluss und Rahmenprogramm zuerst platzieren.
- Beiträge clustern: Thematisch verwandte Beiträge in Sessions gruppieren, die einem Track zugeordnet werden.
- Zuweisung: Sessions auf Slots und Räume verteilen – manuell, per Drag & Drop oder regelbasiert durch Software.
- Konfliktprüfung: Speaker-Doppelbelegungen, Raumüberschreitungen und logistische Engpässe prüfen und auflösen.
- Review durch Programmkomitee: Das Programm wird intern freigegeben, ggf. mit weiteren Anpassungsrunden.
- Speaker-Bestätigung: Speaker werden über ihren finalen Slot informiert und bestätigen die Teilnahme.
- Veröffentlichung: Das Programm wird auf der Kongresswebsite, in der Event-App und ggf. auf der virtuellen Kongressplattform veröffentlicht.
Scheduling-Formate im Überblick
- Lineares Programm: Ein Track, ein Raum – einfach zu planen, für kleinere Veranstaltungen geeignet.
- Paralleltracks: Mehrere Räume laufen gleichzeitig – höhere Dichte, aber aufwändigere Planung.
- Poster-Sessions: Beiträge werden nicht vorgetragen, sondern als Poster präsentiert – erfordert Fläche statt Bühne.
- Lightning Talks / Ignite: Sehr kurze Vorträge (5–10 Minuten) in schneller Folge – hohe Verdichtung, straffe Moderation nötig.
- Workshops: Interaktive Formate mit begrenzter Teilnehmerzahl – separate Räume und Zeitblöcke erforderlich.
- Hybrid-Sessions: Beiträge werden gleichzeitig vor Ort und online übertragen – zusätzliche Technik und Vorlaufzeit einplanen.
Qualitätskriterien für ein gutes Programm
- Keine Speaker-Doppelbelegungen
- Thematisch kohärente Tracks ohne inhaltliche Überschneidungen
- Realistische Pufferzeiten zwischen Sessions (Raumwechsel, Fragen)
- Ausgewogene Mischung aus Formaten und Schwierigkeitsgraden
- Barrierefreiheit und räumliche Erreichbarkeit der Programmpunkte
Converia kann das
Scheduling in Converia
Converia bietet ein integriertes Planungsmodul, das akzeptierte Abstracts per Drag & Drop auf Zeitslots und Räume verteilt, Speaker-Konflikte automatisch erkennt, Kapazitäten prüft und das fertige Programm direkt für die Event-App, die Kongresswebsite und für die Print-Verarbeitung exportiert.
Demo anfragen